No Way Is My Way: Indianergeschichten für Kinder
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Indianergeschichten für Kinder

Dienstag, 4. November 2008

Indiogenes für stone

das ist mal einer ....
lg
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Sonntag, 2. Dezember 2007

Zwei Mäuse auf der Wiese ( Lakota )

Es war einmal eine Wiesenmaus, die sammelte von früh bis spät Vorräte für den Winter. Sie grub nach Knollen und Wurzeln, streifte Samen von den Gräsern und trug alles in ihren Bau. War eine Kammer voll, füllte sie die nächste an. Nie gönnte sie sich Ruhe.
Die Sonne scheint, dachte sie, und es ist warm. Aber wer weiß, wie lange noch? Auf einmal ist der Winter da mit Eis und Schnee und Kälte. Darauf muß ich vorbereitet sein.
Nicht weit vom Bau der Wiesenmaus entfernt, hatte eine andere Maus ihre Höhle. Die Vorratskammern waren noch leer.
"Warum soll ich jetzt schon an den Winter denken?" , sagte sich diese Maus.
"Warum soll ich mich jetzt schon plagen? Wie schön ist es, wenn die Sonne scheint!"
Sie freute sich, tanzte und sang von früh bis spät, weil die Sonne schien und das Gras und Blumen dufteten.
Manchmal begegneten sich die beiden Mäuse.
"Komm tanz mit mir! Komm, sing mit mir!" , rief die Maus.
"Keine Zeit! Keine Zeit!" , antwortete die Wiesenmaus und eilte weiter.
Die warmen Tage gingen zu Ende. Es wurde kalt. Jetzt erst fing die Maus zu sammeln an. Sie fand kaum noch Samen und im gefrorenen Boden konnte sie nicht nach Wurzeln graben. Schnee fiel und deckte die Erde zu.
Unten in ihrem Bau hatte die Wiesenmaus es warm und gemütlich. Vorräte hatte sie genug. Sie kuschelte sich ins Nest und war froh, nicht hinaus in Kälte zu müssen.
Die Vorräte der anderen Maus reichten nicht lange.
Im tiefen Schnee fand sie kaum Futter. Sie irrte umher, wurde immer hungriger und immer schwächer.
Da raffte sie sich auf und lief zum Bau der Wiesenmaus.
"Hilf mir!" , bat sie.
"Ich bin so hungrig ! Wenn ich nicht bald etwas fresse, muss ich sterben. Gib mir ein wenig von deinen Vorräten !"
"Warum sollte ich ?" , sagte die Wiesenmaus.
"Als die Sonne schien, hast du nicht an den Winter gedacht, hast getanzt und gesungen. Wenn du jetzt hungrig bist, ist es deine Schuld."
"Ja, das stimmt" , sagte die Maus traurig.
"Ich wünschte, ich hätte Knollen und Wurzeln und Samen gesammelt wie du. Aber es war so schön, im Sonnenschein zu tanzen und zu singen."
Unten in der Höhle dachte die Wiesenmaus daran, wie sie immerzu, ohne sich Rast zu gönnen, Vorräte eingesammelt hatte. Wie mühsam war das gewesen ! Auf einmal sehnte sie sich danach zu tanzen und zu singen.
"Weißt du was" , rief die Wiesenmaus der anderen Maus zu.
"Komm zu mir in die Höhle. Meine Vorräte reichen für zwei. Dafür mußt du mir beibringen, wie man tanzt und singt, wenn der Winter vorbei ist."
"Das will ich gerne tun" , sagte die Maus und schlüpfte in die Höhle.
Die beiden Mäuse fraßen Samen und Knollen und Wurzeln und hatten es warm und gemütlich im Bau, mochte es draußen noch so stürmen und schneien.
Im nächsten Sommer streiften sie Samen von den Gräsern und gruben nach Wurzeln und Knollen und füllten ihre Vorratskammern. Sie nahmen sich aber auch Zeit zu tanzen und zu singen und sich zu freuen, weil die Sonne schien und das Gras und Blumen dufteten.

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Der Kranich und der Ochsenfrosch ( Lakota / Dakota )

In einem großen Weiher mitten im Wald tummelten sich viele Frösche. Tagsüber schnappten sie nach Fliegen und anderem Getier oder ruhten sich zwischen den Wasserpflanzen aus. Wenn die Sonne untergagangen war und der Abend dämmerte, versammelten sich die Frösche und quakten im Chor. Jeder versuchte, lauter zu sein als die anderen.
Keiner der Frösche aber hatte eine so tiefe, gewaltige Stimme wie ein Ochsenfrosch, der auch im Weiher lebte.
"Quak-quak-quak" , quakten die kleineren Frösche.
"Krruump-krruump-quooaak-quooaak" , brüllte der Ochsenfrosch und blähte seine Schallblase auf.
"Ich bin der Größte ! Ich bin der Stärkste ! Ich bin der Häuptling hier !"
Eines Abends stakte ein Kranich durch die Binsen am Ufer. Der Ochsenfrosch hörte und sah es nicht, er war viel zu sehr damit beschäftigt, seine eigene Stimme zu bewundern.
Plop-plop-plop, flüchteten die kleineren Frösche ins Wasser.
"Krruump-krruump-quooaak-quooaak" , sang der Ochsenfrosch.
Im allerletzten Augenblick bemerkte der Ochsenfrosch die Gefahr und rettete sich mit einem weiten Sprung ins tiefe Wasser. Er tauchte bis zum Grund des Weihers hinab und schwamm erst dann vorsichtig nach oben, als der Chor der Frösche wieder eingesetzt hatte.
"Großer Häuptling" , spotteten die kleineren Frösche, "pass auf, dass dich der Kranich nicht erwischt!"
Der Ochsenfrosch kümmerte sich nicht um das Gequake.
"Krruump-krruump-quooaak-quooaak", sang er.
"Ich bin der Größte ! Ich bin der Stärkste ! Ich bin der Häuptling hier !"
Plop-plop-plop,flüchteten die anderen Frösche, denn der Kranich stakte erneut durch die Binsen.
Um den Ochsenfrosch wäre es fast geschehen gewesen, hätte sich nicht ein hungriger Marder angeschlichen.
Der Kranich mußte fliehen und der Ochsenfrosch verschwand schleunigst im Wasser.Die doppelte Lebensgefahr hatte ihm arg zugesetzt, er konnte sich nicht mehr beruhigen und blieb lange unten am Grund.
"Großer Häuptling" , spotteten die anderen Frösche , als er endlich doch auftauchte, "bist du wieder da ?"
"Seid still, dummes Volk!" , brüllte der Ochsenfrosch, blähte seine Schallblase auf und quakte, so laut er nur konnte:
"Ich bin der Größte ! Ich bin der Stärkste ! Ich bin der Häuptling hier !"
Plop-plop-plop,flüchteten die Frösche.
Der Kranich war noch einmal zurückgekehrt, fest entschlossen, sich die fette Beute nicht entgehen zu lassen.
Diesmal rettete ein Fuchs, der am Ufer entlangstreunte, dem Ochsenfrosch das Leben. Als der Kranich zustoßen wollte, sprang der Fuchs und verfehlte den Kranich nur knapp.
Der Kranich flog auf und davon. Der Ochsenfrosch flüchtete ins Wasser. An diesem Abend zeigte er sich nicht wieder, mochten die kleineren Frösche spotten, so viel sie auch wollten.
"Ihr seid es nicht wert, meine Stimme zu hören",
sagte der Ochsenfrosch zu sich. Noch in dieser Nacht wanderte er zum nächsten Weiher im Wald. Dort sang er wieder sein Lied:
"Ich bin der Größte ! Ich bin der Stärkste ! Ich bin der Häuptling hier !
Krruump-krruump-quooaak-quooaak !"
Ob auch dort ein Marder oder ein Fuchs rechtzeitig auftauchte, wenn Gefahr drohte - wer weiß das schon ?


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Coyote bringt die Sterne an (Wasco)

Es waren einmal fünf Wölfe, alle Brüder, die zusammen umherzogen. Alles Fleisch, das sie beim Jagen erbeuteten, teilten sie mit Coyote. Eines Abends sah Coyote, wie die Wölfe zum Himmel hinaufschauten.
"Was gibt es dort zu sehen, Brüder?",fragte Coyote.
"Ach, nichts", sagte der älteste Wolf.
Am nächsten Abend sah Coyote, wie sie alle zum Himmel hoch nach etwas ausschauten. Er fragte den zweitältesten Wolf, wonach sie Ausschau hielten, aber er wollte es nicht verraten. So ging es drei oder vier Nächte lang. Keiner wollte Coyote sagen, wonach sie ausschauten, denn sie dachten, er würde sich einmischen wollen. Eines Nachts bat Coyote den fünften Bruder Wolf, es ihm doch zu sagen, und der jüngste Wolf sprach zu den anderen:" Wir wollen Coyote sagen, was wir dort oben sehen. Er wird schon nichts anrichten."
Also erzählten sie es ihm. "Wir sehen dort oben zwei Tiere. Ganz weit droben, wo sie für uns unerreichbar sind."
"Wir wollen hinaufgehen und sie besuchen", sagte Coyote.
"Aber wie wollen wir das anstellen?"
"Ach, das ist kein Problem für mich.", sagte Coyote. "Ich kann euch sagen, wie man da mühelos hinaufgelangt."
Coyote suchte aine große Menge Pfeile zusammen und fing dann an, sie in den Himmel zu schießen. Der erste Pfeil blieb im Himmel stecken, und der zweite im ersten. So blieb ein Pfeil im anderen stecken, bis sie eine Leiter bildeten, die bis zur Erde hinabreichte.
"Jetzt können wir hochklettern", sagte Coyote. Der älteste Wolf nahm seinen Hund mit,dann kamen die anderen vier Brüder Wolf und zum Schluß Coyote. Sie kletterten den ganzen Tag lang und is in die Nacht hinein. Auch den ganzen nächsten Tag kletterten sie. Sie kltterten viele tage und Nächte lang, bis sie endlich den Himmel erreichten. Dort standen sie nun und schauten zu den beiden Tieren hinüber, die sie von unten gesehen hatten. Es waren zwei Grizzlybären.
"Kommt ihnen nicht zu nahe", sagte Coyote. Sie werden euch in Stücke reißen." Aber die beiden jüngsten Wölfe waren bereits losgerannt. Und die zwei nächst jüngsten folgten ihnen. Nur der älteste Wolf hielt sich zurück. Als die Wölfe in die Nähe der Bären kamen, geschah nichts. Die Wölfe setzten sich und schauten die Bären an, und die Bären saßen da und schauten die Wölfe an. Als der älteste Wolf sah, daß es nichts zu befürchten gab, kam er mit seinem Hund und setzte sich zu ihnen.
Coyote mochte nicht kommen. Er traute den Bären nicht. "Immerhin ist es ein hübsches Bild", dachte Coyote. "Sie sehen richtig nett aus, wie sie so dasitzen. Ich denke, ich werde sie so lassen, damit ein jeder sie betrachten kann. Wenn dann die Menschen zum Himmel aufschauen und sie dort oben sehen, dann werden sie sagen:> Zu diesem Bild gibt es auch eine Geschichte<, und sie werden sich eine Geschichte von mir erzählen."
Coyote ließ sie so sitzen. Auf dem Weg nach unten zog er die Pfeile heraus, so daß keiner mehr zurück konnte. Unten von der Erde aus bewunderte er die gelungene Anordnung, die er dort oben zurückgelassen hatte. Sie sehen heute imernoch genauso aus. Heute nennt man diese Sterne den Großen Wagen. Wenn Du hochschaust, siehst Du drei Wölfe, die die Deichsel bilden, und der älteste Wolf, der in der Mitte, hat immernoch seinen Hund bei sich. Die zwei jüngsten Wölfe bilden den Wagenteil vorne an der Deichsel, und die beiden Bären bilden die Hinterseite, die dem Polarstern zugekehrt ist.
Als Coyote sah, wie sie anzuschauen waren, wollte er ganz viele Sterne anbringen. Er verteilte Sterne über den ganzen Himmel und stellte sie in Bildern zusammen, und dann legte er mit den Sternen, die er übriggelassen hatte, die Große Straße über den Himmel an.
Als Coyote fertig war, rief er die Feldlerche herbei.
"Liebe Schwester", sagte er," wenn ich nicht mehr da bin, erzähle allen, daß ich es war, der die Sterne so angebracht hat, wie man sie am Himmel sehen kann. Das ist mein Werk."
Und jetzt erzählt die Feldlerche diese Geschichte. Und sie handelt natürlich von Coyote...

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Coyote erschafft die Erde (Crow)

Vor langer Zeit gab es noch keine Erde nur Wasser. Coyote trieb auf einem kleinen Floß umher, als er die Enten traf. Sie waren die einzigen Geschöpfe außer ihm.
"Liebe Brüder"; sagte er, "es ist sost niemand da. Es ist nicht gut, so allein zu sein. Ihr müßt mir ein wenig Erde besorgen, damit ich Ordnung schaffen kann."
Er wandte sich an Ente Rorkopf: "Tauche unter Wasser und sieh, ob Du mir ein wenig Erde heraufbringen kannst. Die werden wir dann als Lebensgrund verwenden."
Ente Rorkopf tauchte, blieb sehr lange unten, kam aber ohne Erde wieder hoch.
Coyote wandte sich an Ente Fleck: "Ich habe den Älteren geschickt, aber er hat keine Erde bringen können. Versuch nun Du es."
Ente Fleck kam nach langer Zeit wieder hoch und sagte: "Bruder, ich habe keine finden können."
"Wieso denn das? Ich war so sicher, Du würdest ein wenig bringen."
Darauf bat Coyote die kleine Ente Blaufeder unterzutauchen. "Wenn Du keine hochbringst, so werden wir kein Land haben, um darauf zu leben." Sie tauchte unter, kam aber ohne Erde wieder hoch.
Coyote wußte nicht mehr weiter.
Da meldete sich der Taucher:" Älterer Bruder, Du hättest mich fragen sollen, bevor Du Diche an diese anderen wandtest. Sie stehen zwar höher als ich, aber sie wissen sich nicht zu helfen." Er tauchte nun ebenfalls und blieb sehr lange unten. Als er wieder hochkam, fragte Coyote:" Und wie ist es Dir ergangen?"
"Ich habe ein wenig mitgebracht." Er hielt ein Erdklümpchen zwischen seinen Schwimmhäuten.
Coyote sagte:" Alle guten Dinge sind vier. Du hast es also geschafft." Dann nahm er den Lehm und sagte:" Aus ihm werde ich die Erde machen Ihr werdet auf den Teichen und in den Flüßen leben und euch dort vermehren, wo ihr eure Nester bauen könnt. Nun also werde ich die Erde machen."
Coyote nahm den Lehm in die Hand und fing im Osten an. "Ich werde sie weit machen, damit wir alle viel Platz haben." Auf seiner Reise streute er den Lehm aus und machte die Erde. Es war eine lange Reise, die er auf dem Weg nach Westen zurücklegte. Als er fertig war, sagte er:" Die Erde hätten wir. Nun zu denen, die hier sein möchten."
Sie hörten einen Wolf heulen.
"Da heult schon einer", sagte Coyote.
E deutete in die Richtung der untergehenden Sonne und sagte:" Hört, da draußen ist noch einer." Es war ein Coyote.
"Dieser Coyote hat aus eigener Kraft das Leben erlangt", sagte Coyote," Er ist groß."
Dann machten sie alle einen Spaziergang. Draußen in der Ebene sahen sie einige Dinge glänzen. Als sie näher kamen, sahen sie, daß es Steine der Macht waren.
"Die sind ein Teil der Erde", sagte Coyote und hob einen Stein auf, der wie ein Büffel aussah, "ihr ältester Teil. Steine wie diese soll es überall geben. Sie sind Wesen eigener Art."
Als sie ein Stück weiter gegangen waren, sahen sie jemanden in der Nähe eines Hügels stehen.
"Schaut", sagte Coyote, "das ist ein Mensch. Er ist an sich einer der Sterne, aber jetzt steht er hier unten auf dem Boden. Kommt, wir wollen ihn uns mal anschauen."
Als sie näher kamen, verwandelte sich das Sternenwesen in eine Pflanze. Es war die Tabakpflanze. Zu jener Zeit gab es noch keine anderen Pflanzen. Sie war die erste.
Coyote sagte: "Von nun an werden alle Menschen diese Pflanze haben, sie werden sie im Frühjahr nehmen und anbauen. Die Sternevon oben sind es, die in ihr zu uns herunter gekommen sind. Sie werden die Menschen in ihre Hut nehmen. Hütet diese Pflanze. Sie wird euer Lebensunterhalt sein. Benutzt sie beim Tanz. Wenn ihr sie im Frühjahr pflanzt, singt dieses Lied:
Frau und Freundin,
Mutter Erde,
Wo soll ich sie pflanzen?
Danach bemerkte Coyote, daß es kein Gras gab. "das ist nicht gut." Er machte Gras. "Ich will auch Berge, Hügel und Bäume machen." Er machte all dies.
Er sah, daß keine Fische in den Gewässern schwammen, und er tat welche hinein.
So fing er die ganze Geschichte an....

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Coyote macht die Menschen (Nez Percè)

Eines Tages, lange bevor es Menschen auf der Erde gab, kam aus dem Norden ein Ungeheuer. Es war ein riesiges Ungeheuer, und es fraß alles, as ihm unter die Augen kam. Es fraß all die kleinen Tiere, die Backeshörnchen und die Waschbären und die Mäuse, und all die großen Tiere. Es fraß das Reh und den Hirsch, und es fraß selbst den Berglöwen.
Coyote fand keinen seiner Freunde mehr, und darüber entbrannte seine Wut. Er beschloß, es sei an der Zeit, dem Ungeheuer Einhalt zu gebieten.
Coyote überquerte de Snake River und band sich am höchsten Gipfel des Wallowa- Gebirges fest. Dann rief er zum Ungeheuer auf der anderen Seite des Flußes hinüber und forderte es heraus, es solle doch einmal versuchen, ihn zu fressen.
Im Sturmangriff schoß das Ungaheuer über den Fluß und die Berge hinauf. Es mühte sich mit aller Kraft, Coyote mit seinem Einatmen vom Berg hinunterzusaugen, aber vergeblich. Coyotes Band war zu stark.
Da fürchtete sich das Ungeheuer. Es beschloß, sich mit Coyote gut zu stellen, und lud ihn ein, herunterzukommen und eine Weile bei ihm zu bleiben.
Eines Tages sagte Coyote zu dem Ungeheuer, er wüde gern einmal die vielen Tiere in seinem Bauch sehen. Das Ungaheuer willigt ein und ließ Coyote hinein.
Als er drinen war, sah Coyote, daß alle Tiere wohlauf waren. Er sagte ihnen, sie sollten sich zur Flucht bereit halten, und ging an die Arbeit. Mit einem Feueranzünder entfachte er ein gewaltiges Feuer im Magen des Ungeheuers. Dann nahm er sein Messer und schnitt das Herz des Ungeheuers entzwei. Das Ungeheuer starb einen schrecklichen Tod, und alle Tiere konnten entkommen. Coyote war der letzte.
Coyote erklärte, er wolle zum Gedenken an dieses Ereignis ein neues Tier erschaffen, einen Menschen. Er schnitt das Ungaheuer in Stücke und warf die Stücke in die vier Winde. Überall wo ein solches Stück hinfiel- einige im Norden, einige im Süden, andere im Osten oder im Westen- da war ein Stamm geboren. Und so begab es sich, daß alle Stämme entstanden.
Als er fertig war, bemerkte sein Freund Fuchs, daß an der Stelle, wo sie standen, kein Stamm erschaffen worden war. Coyote war traurig, weil kein Stück mehr übrig war, aber dann kam ihm ein Gedanke. Er wusch sich mit Wasser das Blut von den Händen und sprengte die Tropfen auf den Boden.
Coyote sagte:" Hier auf diesem Grund mache ich die Nez Percé. Sie werden klein an Zahl sein, aber stark und ohne Falsch."
So kamen die Menschen auf die Welt.

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Die Heldenmaus und die Katze ( Lakota )

Eine Katze, die auf leisen Pfoten umherschlich, entdeckte eine Maus, sprang nach ihr, bekam aber nur den Schwanz zu fassen. Die Maus konnte entwischen und suchte Zuflucht in einem Erdloch. Vor Anst zitternd, saß sie dort unten und wagte sich lange nicht hervor. Endlich beruhigte sie sich und spähte aus dem loch. Von der Katze war weit und breit nichts zu sehen.
" Fort ist sie !" , sagte die Maus zu sich. " Die hab ich verjagt ! Wer hätte das geglaubt ?"
Die Maus hüpfte vor Freude. Das ihr der Schwanz fehlte merkte sie nicht. Sie lief zu einer Wiese, wo viele andere Mäuse nach Futter suchten.
" Kommt her zu mir " , rief die Maus. " Kommt her und hört euch an, was ich zu erzählen habe."
Die anderen Mäuse huschten neugierig näher.
" Ihr erratet nie, was ich getan habe " , rief die Maus.
" Was hast du denn getan ?" , fragten die anderen Mäuse.
Die Maus richtete sich auf den Hinterbeinen auf und schwenkte die Pfoten. " Ich habe mit der Katze gekämpft " , rief sie.
" Was, du hast mit der Katze gekämpft ?" quiekten die anderen Mäuse erschrocken.
" Ja, mit der Katze ! Ich griff sie an, ganz ohne Furcht."
" Und was war dann ?" , fragten die anderen Mäuse atemlos.
" Da bekam die Katze Angst und lief davon " , sagte die Maus.
" Wie tapfer du doch bist !" , sagten die anderen Mäuse.
" Aber - wo ist dein Schwanz geblieben ?"
Die Maus schaute sich von hinten an. " OOOH NEIN !" , rief sie. " Das darf nicht wahr sein ! Den hat die Katze gefressen, bevor ich ins Loch schlüpfen konnte." , schluchzte die Maus.
" Ach so war es " , sagten die anderen Mäuse, suchten wieder nach Futter und ließen die Heldenmaus allein im Gras stehen.

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Warum das Erdhörnchen Streifen hat ( Irokesen )

Einmal wanderte ein Bär durch den Wald. Wie alle Bären hatte er eine hohe Meinung von sich, weil kein anderes Tier sich mit ihnen in Kraft und Stärke messen konnte.
Der Bär knickte junge Bäume und rollte gestürzte Baumstämme aus dem Weg. " Wie stark ich bin !" , sagte es zu sich. " Es gibt nichts, was ich nicht kann."
" Ist das so ?" , fragte eine zarte Stimme.
Der Bär schaute um sich und erblickte ein kleines Erdhörnchen, das aus seiner Höhle lugte.
" Hast du zu mir gesprochen ?" , fragte der Bär.
" Ja" , antwortete das Erdhörnchen. " Ich möchte wissen, ob du wirklich alles kannst."
" Alles !" , antwortete der Bär. " Kein Geschöpf ist so stark wie wir vom Bärenvolk. Jeder fürchtet uns, aber wir fürchten niemanden. Soll ich dir meine Kraft beweisen ? Soll ich einen Baum ausreißen ?"
" Danke nein, nicht nötig" , sagte das Erdhörnchen.
" Ich weiß, das du Bäume entwurzeln kannst. Das habe ich nicht gemeint ."
" Was hast du dann gemeint ?" , fragte der Bär.
" Etwas was sonst niemand kann ." , antwortete das Erdhörnchen.
" Sag mir was das ist, und ich werde es tun ." , brummte der Bär.
" Nun, jeden Morgen geht die Sonne auf " , sagte das Erdhörnchen. " Kannst du sie daran hindern ? Kannst du das ?"
Die Sonne am Aufgehen zu hindern, hatte der Bär noch nie versucht. Um die Wahrheit zu gestehen, er hatte noch nicht einmal daran gedacht, es zu tun. Aber, sagte er sich im Stillen, bei meiner Kraft und Stärke wird das wohl möglich sein.
" Einverstanden " , sagte der Bär zu dem Erdhörnchen.
" Morgen früh, wenn die Sonne aufgehen will, werde ich ihr befehlen, es nicht zu tun ."
Der Bär setzte sich auf die Hinterpranken und schaute gegen Osten. Der Abend kam, es wurde Nacht. Noch immer saß der Bär da und wartete. Das Erdhörnchen war in seiner Höhle gehuscht und kuschelte sich im Nest zusammen. Der hat sich aber leicht hereinlegen lassen ! , dachte es, machte die Augen zu und schlief ein. Die Sterne am Himmel verblassten, der Morgen dämmerte. Als der erste Lichtschein über den Wipfeln aufglomm, erhob sich der Bär und rief mit gebieterischer Stimme: " Sonne, geh nicht auf ! Ich, der Bär, sage dir, dass du nicht aufgehen darfst ."
Aber so laut der Bär auch rief, die Sonne erhob sich am Himmel wie an jedem anderen Morgen. Das Erdhörnchen kam aus seiner Höhle hervor und tanzte um den Bären, der sehr unglücklich dreinschaute.
" Die Sonne geht auf ! Die Sonne geht auf !" , sang das Erdhörnchen.
" Kannst du wirklich alles, Bär ? Alles was sonst keiner kann ?"
Und das Erdhörnchen lachte und lachte.
Aber dann lachte es nicht mehr. Der Bär hatte blitzschnell die Tatze ausgestreckt, drückte das Erdhörnchen zu Boden und hielt es fest.
" Ich kann vieleicht die Sonne nicht am Aufgehen hindern " , sagte der Bär, " aber ich kann dich daran hindern, sie je wieder zu sehen ."
" Lass mich frei !" , rief das Erdhörnchen. " Es war doch nur ein Scherz !"
Als Antwort drückte der Bär mit der Tatze noch fester zu.
" Lieber Bär " , jammerte das Erdhörnchen , " wenn ich schon sterben muss, dann lass mich die Sonne noch einmal sehen. Ein allerletztes Mal ."
" Gut " , sagte der Bär , " ich will großmütig sein . "
Er hob die Tatze ein wenig, nur ein wenig, aber das genügte. Das Erdhörnchen schlüpfte unter den Tatzenkrallen durch, flitzte zur Höhle und verschwand darin.
Bis auf die Krallenspuren im Fell hatte es das Abenteuer heil überstanden.
Seit jener Zeit haben Erdhörnchen Streifen auf dem Rücken, und nie wieder hat man gehört, dass ein Bär der Sonne befehlen wollte, nicht aufzugehen.

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Die Lerche und die Klapperschlange ( Dakota )

Im hohen dichten Gras der Prärie hatte eine Lerche ihr Nest gebaut. Die vier Lerchenkinder waren eben erst flügge geworden und wagten sich noch nicht weit vom Nest fort.
" Übt nur fleißig !" , sagte die Lerchenmutter. " Bald kommt die Zeit, da ihr selber nach Futter suchen könnt." Gebt aber gut Acht und seid vorsichtig ! Im hohen Gras lauern viele Gefahren. Vor allem müsst ihr euch vor der Klapperschlange hüten. Nichts frißt sie lieber als junge Vögel."
Am selben Tag noch entdeckte eine Klapperschlange das Nest und schlängelte sich lautlos heran. Die Lerchenmutter meinte, das Herz bleibe ihr stehen, als sie die Schlange plötzlich vor sich sah. Ich muss meine Kinder retten ! , dachte sie. Um gemeinsam zu fliehen, ist es aber zu spät. Jetzt hilft mir nur noch eine List.
Die Lerchenmutter tat, als wäre sie sehr erfreut.
" Schaut, Kinder, wer gekommen ist !" , zwitscherte sie. " Freundin Klapperschlnge besucht uns. Wie schön ! Fliegt fort !" , befahl sie ihrem Ältesten, der als erster aus dem Ei geschlüpft war. " Hol alle Verwandten, damit auch sie unseren Besuch willkommen heißen."
Hat meine Mutter uns nicht immer vor der Klapperschlange gewarnt ?" , dachte der Älteste. Vor Angst vergaß er seine Flügel zu gebrauchen.
" Zeig unserer Freundin, wie gut du schon fliegen kannst !" , rief die Lerchenmutter.
Da flatterte der Älteste auf und flog davon, so schnell er konnte.
Hol nur deine Verwandten ! , dachte die Klapperschlange. Soll mir recht sein ! Je mehr , desto besser. Von diesen paar Happen da werde ich ja doch nicht satt. " Fliegt eurem Bruder nach " , sagte die Lerchenmutter ihrem zweiten und dritten Kind. Er ist zwar der Größte, aber ganz allein findet er sich vieleicht noch nicht zurecht."
Das zweite und dritte Lerchenkind hatten längst begriffen, worum es ging. Sie machten es wie ihr Bruder und flohen.
"Gleich sind sie mit unseren Verwandten zurück" , sagte die Lerchenmutter zur Schlange. "Dann können wir mit dir feiern." "Jaaaa" zischte die Schlange , "gleich sind sie alle da. Das wird ein Fest !" "Aber wo bleiben sie nur ?" , zwitscherte die Lerchenmutter.
" Am besten schicke ich auch meinen Jüngsten aus. Auf den ist immer Verlass."
" Flieg zu deinen Geschwistern !" , befahl die Lerchenmutter ihrem kleinsten, der als letzter aus dem Ei schlüpfte. Als auch das jüngste Kind in Sicherheit war, flog die Lerchenmutter blitzschnell auf und erhob sich hoch in die Luft.
" Jetzt kannst du feiren " , rief sie der Schlange zu. " Aber ohne uns !"
Die Klapperschlange, die allzu gierig gewesen war, mußte auf ihre Mahlzeit verzichten.

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Der Fosch und die Schildkröte ( Lakota / Dakota )

Ein Frosch und eine Schildkröte waren gute Freunde, sie besuchten einander, so oft sie konnten. Am liebsten saßen sie gemeinsam auf einem flachen Uferstein und redeten über dies und das.
An einem wolkengrauen Tag saßen sie wieder einmal auf dem Stein und unterhielten sich, als es zu regnen begann.
" Es regnet " , sagte der Frosch.
" Wie unangenehm !" , sagte die Schildkröte
" Ich bin schon ganz nass " , sagte der Frosch.
" Ich werde immer nässer, das mag ich gar nicht. " sagte die Schildkröte
" Ich auch nicht " , sagte der Frosch.
" Wie müssen wohl Abschied nehmen. Schade, ich hätte noch gern mit Dir geplaudert. "
" Ich auch " , sagte die Schildkröte. " Aber da kann man nichts machen. Leb wohl, bis die Sonne wieder scheint !"
" Leb wohl bis dahin " ; sagte der Frosch, sprang ins Wasser und tauchte unter.
Die Schildkröte suchte ebenfalls Zuflucht im Teich. Jetzt konnte der Regen die beiden nicht mehr nass machen.

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stoneV8 - 22. Nov, 21:47

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